Customer Journey

Was sie ist, aus welchen Phasen sie besteht und warum sie für dein Marketing entscheidend ist

Die Customer Journey beschreibt den gesamten Weg, den ein Mensch von dem Moment an zurücklegt, in dem er erstmals von deinem Unternehmen hört, bis hin zum Kauf und darüber hinaus. Wörtlich übersetzt: die Reise des Kunden. Sie umfasst alle Berührungspunkte, Entscheidungen und Erlebnisse, die jemand mit deiner Marke, deiner Website oder deinem Shop hat. Wer diese Reise versteht, kann gezielt eingreifen und das Erlebnis an jeder Station verbessern.

Inhalt

Was die Customer Journey ist

Der Begriff klingt nach Theorie, ist aber ein praktisches Werkzeug. Statt zu fragen „Wie bekomme ich mehr Kunden?“, fragst du: „Welchen Weg gehen Menschen, bevor sie bei mir kaufen, und was erleben sie dabei?“

Diese Perspektive verändert alles. Du denkst nicht mehr in Kampagnen, sondern in Erlebnissen. Du siehst nicht mehr nur den Kaufmoment, sondern alles davor und danach. Und du erkennst, an welchen Stellen du Kunden verlierst, obwohl das Produkt eigentlich stimmt.

Die Customer Journey ist immer individuell. Kein Kunde macht exakt denselben Weg. Aber es gibt typische Muster, die sich für deine Zielgruppe beschreiben lassen. Genau das macht die Customer Journey zur Grundlage für strategisches Marketing.

Die Phasen der Customer Journey

Verschiedene Modelle beschreiben die Customer Journey unterschiedlich. Das bekannteste orientiert sich an fünf Phasen, die aufeinander aufbauen.

Awareness: Der erste Kontakt

Jemand wird zum ersten Mal auf dein Unternehmen aufmerksam. Das passiert durch eine Google-Suche, eine Social-Media-Anzeige, einen Empfehlung, einen Blogartikel oder eine Anzeige. In dieser Phase weiß der Mensch oft noch nicht genau, was er braucht. Er hat ein Problem oder ein Bedürfnis, aber keine konkrete Lösung vor Augen.

Deine Aufgabe in dieser Phase: sichtbar sein, verständlich erklären was du tust, und Interesse wecken. Wer hier zu werblich auftritt, verliert. Wer hilfreiche Inhalte liefert, gewinnt Vertrauen.

Consideration: Die Abwägung

Der potenzielle Kunde informiert sich gezielt. Er vergleicht Anbieter, liest Bewertungen, schaut sich Preise an, besucht mehrere Websites. In dieser Phase ist er bereits an einer Lösung interessiert, hat sich aber noch nicht entschieden.

Hier zählt, was du als Anbieter zu bieten hast: klare Kommunikation, überzeugende Inhalte, transparente Preise, Kundenstimmen. Wer in dieser Phase überzeugend ist, kommt auf die engere Auswahl.

Decision: Der Kaufmoment

Der Kunde hat sich entschieden und kauft. Oder füllt das Kontaktformular aus. Oder ruft an. Das ist der Moment der Conversion. Er ist wichtig, aber nicht der einzige Moment der zählt.

In dieser Phase entscheiden Details: Ist der Checkout einfach zu bedienen? Gibt es genug Zahlungsoptionen? Wirkt die Seite vertrauenswürdig? Sind Versandkosten und Lieferzeit klar kommuniziert? Wer hier Reibung erzeugt, verliert Käufer, die eigentlich überzeugt waren.

Retention: Der Wiederkäufer

Ein Kunde hat gekauft. Jetzt geht es darum, ihn zu halten. Bestandskunden zu überzeugen ist günstiger als Neukunden zu gewinnen. Guter Service, relevante E-Mails, Loyalitätsprogramme, schnelle Hilfe bei Problemen: All das entscheidet, ob jemand wiederkommt oder zur Konkurrenz wechselt.

Diese Phase wird im Marketing oft vernachlässigt, weil der Fokus auf der Neukundengewinnung liegt. Dabei steckt hier oft das größte Potenzial für nachhaltiges Wachstum.

Advocacy: Der Empfehler

Ein begeisterter Kunde empfiehlt dich weiter. Er schreibt eine Bewertung, postet auf Social Media, spricht mit Freunden. Das ist die wertvollste Form von Marketing, weil sie ohne Werbebudget funktioniert und als besonders glaubwürdig gilt.

Diese Phase entsteht nicht durch Zufall, sondern durch konsequent gute Erlebnisse in allen vorherigen Phasen.

Touchpoints: Wo du deinen Kunden begegnest

Ein Touchpoint ist jeder Berührungspunkt zwischen einem potenziellen Kunden und deiner Marke. Die Summe dieser Berührungspunkte ergibt die Customer Journey.

Touchpoints gibt es in vielen Formen:

Digitale Touchpoints: Deine Website, Social-Media-Profile, Google-Anzeigen, organische Suchergebnisse, E-Mails, Bewertungsportale, Vergleichsseiten, Retargeting-Anzeigen.

Direkte Touchpoints: Telefongespräche, Beratungsgespräche, Messen, Events.

Indirekte Touchpoints: Empfehlungen durch andere Kunden, Presseberichte, Erwähnungen in Fachartikeln.

Die meisten Kunden haben vor einem Kauf mehrere Touchpoints mit einem Anbieter. Im B2B-Bereich können das zehn, zwanzig oder mehr sein. Im E-Commerce sind es oft weniger, aber auch dort kauft kaum jemand beim allerersten Kontakt.

Das bedeutet: Jeder einzelne Touchpoint zählt. Eine schlechte Erfahrung an einem einzigen Punkt kann die gesamte Journey abbrechen lassen, auch wenn alle anderen Kontakte positiv waren.

Wie du eine Customer Journey Map erstellst

Eine Customer Journey Map ist die visuelle Darstellung der Kundenreise. Sie macht abstrakte Erlebnisse greifbar und zeigt auf einen Blick, wo Stärken und Schwachstellen liegen.

Schritt 1: Zielgruppe definieren. Für wen erstellst du die Map? Unterschiedliche Kundengruppen machen unterschiedliche Journeys. Eine Map für jeden relevanten Kundentyp ist sinnvoller als eine allgemeine.

Schritt 2: Phasen und Touchpoints erfassen. Welche Stationen durchläuft dein Kunde? Wo kommt er zum ersten Mal mit dir in Berührung? Welche Kanäle nutzt er? Was tut er in jeder Phase?

Schritt 3: Erlebnisse bewerten. An welchen Punkten ist das Erlebnis gut? Wo gibt es Reibung, Verwirrung oder Frustration? Kundenbefragungen, Support-Anfragen und Analytics-Daten helfen, diese Fragen zu beantworten.

Schritt 4: Lücken identifizieren. Gibt es Phasen, in denen du überhaupt nicht präsent bist? Touchpoints, die schlecht funktionieren? Übergänge, bei denen Kunden abspringen?

Schritt 5: Maßnahmen ableiten. Aus der Analyse folgen konkrete Schritte: eine neue Landing Page, eine E-Mail-Sequenz, eine Verbesserung des Checkouts, mehr Inhalte für die Awareness-Phase.

Customer Journey und deine KPIs

Die Customer Journey ist kein isoliertes Konzept. Sie hängt direkt mit den KPIs zusammen, die du misst.

Die Bounce Rate zeigt dir, ob Nutzer in der Consideration-Phase deinen Inhalt relevant finden oder sofort abspringen. Eine hohe Absprungrate auf einer wichtigen Seite ist ein Signal, dass an diesem Touchpoint etwas nicht stimmt.

Die Conversion Rate misst, wie gut der Übergang von Consideration zu Decision gelingt. Wer viele Besucher hat aber wenig Conversions, hat ein Problem im unteren Teil der Journey.

Die Wiederkaufrate misst die Retention-Phase. Kaufen Kunden erneut? Wenn nicht, warum nicht?

Jeder KPI lässt sich einer Phase der Customer Journey zuordnen. Das macht Analysen konkreter und Maßnahmen zielgerichteter.

Customer Journey im E-Commerce

Im E-Commerce ist die Customer Journey besonders gut messbar und gleichzeitig besonders komplex, weil sie sich über viele Kanäle und Geräte erstreckt.

Ein typischer Ablauf: Jemand sieht eine Instagram-Anzeige, klickt aber nicht. Drei Tage später googelt er das Produkt, kommt auf deine Website, legt etwas in den Warenkorb, kauft aber noch nicht. Am nächsten Tag sieht er eine Retargeting-Anzeige, klickt darauf und kauft diesmal ab.

Dieser Weg über drei Touchpoints an zwei Tagen auf zwei Geräten ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Deshalb ist es so wichtig, an jedem dieser Punkte präsent und überzeugend zu sein.

Eine Landing Page die direkt auf eine Anzeige eingeht, ist ein Touchpoint. Der Call-to-Action auf dieser Seite ist ein Touchpoint. Die Bestätigungs-E-Mail nach dem Kauf ist ein Touchpoint. Jedes Element trägt zur Gesamterfahrung bei.

Multi-Touch-Attribution ist das Tracking-Konzept dahinter: Welche Touchpoints haben zur Conversion beigetragen und wie stark? Wer nur den letzten Klick bewertet, unterschätzt die Bedeutung früher Kontaktpunkte und trifft falsche Budget-Entscheidungen.

Als E-Commerce Agentur analysieren wir die Customer Journey deiner Kunden, identifizieren die Stellen wo du sie verlierst, und setzen gezielte Maßnahmen um, die das Erlebnis an jedem Touchpoint verbessern. Als SEO Agentur sorgen wir dafür, dass dein Unternehmen genau dann sichtbar ist, wenn potenzielle Kunden in der Awareness- und Consideration-Phase suchen.

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