Checkout

Warum der letzte Schritt im Online-Shop über Kauf oder Abbruch entscheidet

Du hast Produkte in den Warenkorb gelegt, bist fast fertig und dann kommt der Checkout. Zu viele Felder, keine Gastbestellung möglich, die Lieblingsbank als Zahlungsoption fehlt. Und schon verlässt du den Shop ohne zu kaufen.

Genau das passiert in Online-Shops jeden Tag tausendfach. Der Checkout ist der kritischste Punkt in der gesamten Customer Journey. Hier entscheidet sich, ob ein Interessent wirklich zum Käufer wird oder ob er abbricht und möglicherweise nie wiederkommt. Kein anderer Teil deines Shops hat so direkten Einfluss auf deine Conversion.

Was ist der Checkout?

Der Begriff Checkout kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „auschecken“ oder „bezahlen“. Im E-Commerce bezeichnet er den gesamten Prozess, den ein Kunde durchläuft, nachdem er Produkte in den Warenkorb gelegt hat, bis zur abgeschlossenen Bestellung.

Konkret umfasst der Checkout alle Schritte zwischen „In den Warenkorb legen“ und „Bestellbestätigung“. Dazu gehören typischerweise die Übersicht über die gewählten Produkte, die Eingabe der Liefer- und Rechnungsadresse, die Auswahl der Zahlungsmethode, eine abschließende Bestellübersicht sowie die Bestätigung.

Der Begriff wird häufig synonym mit dem Bestellprozess verwendet. Technisch gesehen beginnt der eigentliche Checkout aber erst dann, wenn der Kunde aktiv den Kauf einleiten möchte, also wenn er auf „Zur Kasse“ oder „Checkout“ klickt.

Die Phasen des Checkout-Prozesses

Ein typischer Checkout-Prozess besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Schritten. Je nach Shop-System und Konfiguration können diese auf einer einzigen Seite zusammengefasst oder über mehrere Seiten verteilt sein.

Schritt 1: Warenkorb
Der Warenkorb zeigt dem Kunden alle ausgewählten Produkte mit Mengen, Einzelpreisen und dem Gesamtbetrag. Hier kann er noch Änderungen vornehmen, Rabattcodes eingeben oder Versandoptionen prüfen. Ein guter Warenkorb enthält bereits erste Vertrauenssignale wie Rückgabefristen oder Sicherheitshinweise.

Schritt 2: Anmeldung oder Gastbestellung
Der Kunde entscheidet, ob er sich in ein vorhandenes Konto einloggt, ein neues Konto erstellt oder als Gast bestellt. Dieser Schritt hat massive Auswirkungen auf die Abbruchrate. Wer Kunden zur Pflichtregistrierung auffordert, verliert einen erheblichen Teil der potenziellen Käufer.

Schritt 3: Liefer- und Rechnungsadresse
Der Kunde gibt seine Adressdaten ein. Wer bereits ein Konto hat, kann auf gespeicherte Adressen zurückgreifen. Funktionen wie automatische Adressvervollständigung reduzieren den Aufwand spürbar.

Schritt 4: Versandoptionen
Falls verschiedene Versandoptionen angeboten werden, wählt der Kunde hier zwischen Standard, Express oder weiteren Möglichkeiten. Die Versandkosten sollten an diesem Punkt klar ausgewiesen sein, nicht erst ganz am Ende der Bestellung.

Schritt 5: Zahlungsmethode
Der Kunde wählt, wie er bezahlen möchte. Die Auswahl der angebotenen Zahlungsarten ist einer der entscheidenden Faktoren für den Kaufabschluss.

Schritt 6: Bestellübersicht und Bestätigung
Eine abschließende Zusammenfassung zeigt alle relevanten Daten noch einmal: Produkte, Lieferadresse, Zahlungsmethode und Gesamtbetrag. Erst dann gibt der Kunde die Bestellung verbindlich auf.

One-Step vs. Multi-Step Checkout

Die Frage, ob du alles auf einer Seite oder auf mehreren Seiten platzierst, hat keine universell richtige Antwort. Beide Varianten haben ihre Berechtigung.

One-Step Checkout
Beim One-Step Checkout sind alle Felder auf einer einzigen Seite zusammengefasst. Der Vorteil: Der Kunde sieht den gesamten Prozess auf einen Blick und muss keine weiteren Seiten laden. Gut geeignet für Shops mit einfachen Bestellprozessen und wenigen Pflichtfeldern.

Multi-Step Checkout
Beim Multi-Step Checkout durchläuft der Kunde mehrere Schritte nacheinander. Eine Fortschrittsanzeige zeigt ihm, wo er sich gerade befindet und wie viele Schritte noch folgen. Dieser Ansatz wirkt weniger überwältigend, weil immer nur ein Schritt im Fokus steht. Besonders für Shops mit komplexeren Bestellprozessen oder vielen Pflichtfeldern ist er oft die bessere Wahl.

Ein Mittelweg, den viele erfolgreiche Shops nutzen, ist ein reduzierter One-Step Checkout, der nur die wirklich notwendigen Felder enthält, kombiniert mit einer klaren visuellen Struktur.

Warum Kunden im Checkout abbrechen

Der Warenkorb-Abbruch ist eines der größten Probleme im E-Commerce. Studien zeigen, dass ein Großteil der begonnenen Checkouts nicht abgeschlossen wird. Die häufigsten Gründe:

Unerwartete Versandkosten, die erst am Ende sichtbar werden, sind der häufigste Abbruchgrund überhaupt. Kunden wollen Transparenz, bevor sie ihre Zeit in die Dateneingabe investieren.

Pflichtregistrierung schreckt ab. Wer einen Gast kaufen lassen will, muss ihn nicht zwingen, vorher ein Konto zu erstellen. Die Gastbestellung ist für viele Kunden eine Grundvoraussetzung.

Zu viele Felder und zu komplizierte Formulare erhöhen die Abbruchrate. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist ein Hindernis. Beschränke dich auf das Minimum.

Die gewünschte Zahlungsmethode fehlt. Wenn ein Kunde ausschließlich per Klarna auf Rechnung kaufen möchte und diese Option nicht vorhanden ist, kauft er nicht.

Fehlende Trust-Signale lassen den Checkout unseriös wirken. Kein SSL-Zertifikat, keine bekannten Gütesiegel, keine Kundenbewertungen: Das erzeugt Misstrauen genau dann, wenn der Kunde am sensibelsten ist.

Technische Fehler, lange Ladezeiten oder ein schlechtes Erlebnis auf dem Smartphone kosten ebenfalls Umsatz. Gerade mobil entscheidet die Qualität des Checkouts maßgeblich über den Kaufabschluss.

Was einen guten Checkout ausmacht

Transparenz bei Kosten
Zeige Versandkosten und alle Gebühren so früh wie möglich an. Überraschungen in der Bestellübersicht erzeugen Misstrauen und führen zu Abbrüchen.

Fortschrittsanzeige
Bei einem Multi-Step Checkout zeigt eine Fortschrittsanzeige dem Kunden genau, wo er steht und wie viele Schritte noch kommen. Das reduziert Unsicherheit und fördert den Abschluss.

Gastbestellung ermöglichen
Die Option, ohne Registrierung zu kaufen, ist für viele Kunden unverzichtbar. Du kannst nach dem Kauf einladen, ein Konto zu erstellen, aber nicht vorher erzwingen.

Formulare so kurz wie möglich
Frage nur ab, was du wirklich brauchst. Optionale Felder als optional kennzeichnen. Fehlermeldungen in Echtzeit anzeigen, damit Kunden nicht erst nach dem Absenden merken, was falsch war.

Klarer Call-to-Action
Der finale Kaufbutton muss eindeutig sein. „Jetzt kaufen“ oder „Zahlungspflichtig bestellen“ sind klar. „Weiter“ am letzten Schritt schafft Verwirrung.

Checkout auf mobilen Geräten

Ein erheblicher Teil der Online-Einkäufe findet heute auf Smartphones statt. Wer seinen Checkout nicht für mobile Geräte optimiert, verliert systematisch Umsatz.

Mobile First bedeutet im Checkout-Kontext: Buttons groß genug für den Daumen, Eingabefelder die bei Antippen automatisch die richtige Tastatur öffnen (Zahlenfeld für Postleitzahl, E-Mail-Tastatur für die Adresse) und ein Layout, das ohne horizontales Scrollen auskommt.

Digitale Wallets wie Apple Pay oder Google Pay sind auf dem Smartphone ein enormer Vorteil. Sie erlauben es, den gesamten Checkout mit wenigen Klicks und biometrischer Authentifizierung abzuschließen, ohne Daten eintippen zu müssen. Shops, die solche Optionen anbieten, profitieren von deutlich höheren Konversionsraten auf mobilen Geräten.

Zahlungsarten und ihr Einfluss auf den Kaufabschluss

Die angebotenen Zahlungsarten sind einer der wichtigsten Hebel für einen erfolgreichen Checkout. Grundsätzlich gilt: Je mehr relevante Optionen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Kunde seine bevorzugte Methode findet.

Zu den beliebtesten Zahlungsarten in Deutschland gehören PayPal, Kauf auf Rechnung (besonders über Anbieter wie Klarna oder Riverty), SEPA-Lastschrift, Kreditkarte und Vorkasse. Welche davon in deinem Shop verfügbar sind, hängt von deinem Payment-Service-Provider ab.

Ein Payment-Service-Provider ist das technische Bindeglied zwischen deinem Shop, dem Kunden und der Bank oder dem Zahlungsdienstleister. Er wickelt die Transaktionen ab und sorgt dafür, dass Zahlungen sicher und schnell verarbeitet werden.

Wer auf zu wenige Optionen setzt, riskiert Abbrüche. Wer zu viele anbietet, kann den Checkout unübersichtlich machen. Eine gute Faustregel: Die drei bis fünf in deiner Zielgruppe beliebtesten Methoden anbieten und diese prominent platzieren.

Checkout in Shopify, Shopware und WooCommerce

Die technische Grundlage deines Checkouts hängt stark von deinem Shop-System ab.

Shopify bietet einen hoch optimierten, nativen Checkout, der in der Praxis regelmäßig sehr gute Ergebnisse liefert. Anpassungen sind begrenzt, was aber auch bedeutet, dass du von einer bewährten und stark getesteten Grundstruktur profitierst. Als Shopify Agentur helfen wir dir, das Maximum aus dem Shopify-Checkout herauszuholen.

Shopware gibt Händlern erheblich mehr Freiheit bei der Gestaltung des Checkouts. Das ermöglicht individuelle Anpassungen, erfordert aber auch mehr Sorgfalt bei der Umsetzung. Als Shopware Agentur kennen wir die Möglichkeiten und Grenzen der Plattform aus der täglichen Projektarbeit.

WooCommerce ist das WordPress-Plugin für E-Commerce und bietet durch seine offene Architektur maximale Flexibilität. Zahlreiche Erweiterungen ermöglichen es, den Checkout genau nach deinen Anforderungen zu gestalten. Als WooCommerce Agentur bauen wir dir einen reibungslosen und konversionsstarken Checkout, der zu deinem Shop und deiner Zielgruppe passt.

Unabhängig vom Shop-System gilt: Ein Checkout braucht kurze Ladezeiten, da jede Sekunde Wartezeit die Abbruchrate erhöht. Regelmäßige Tests auf echten Geräten, besonders auf Smartphones, decken Probleme auf, bevor sie Umsatz kosten.

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